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Kunsttechnologische Untersuchung der Chorfenster des Berner Münsters

Die kunsttechnologischen Untersuchungen widmen sich zwei technologischen Besonderheiten, die bisher an keiner Bildverglasung systematisch aufgenommen und veröffentlicht werden konnten: den Vorzeichnungen auf der Rückseite der Glasmalereien und der für die Zeit (noch) unüblichen Verwendung von Kaltbemalungen. Die Untersuchungen sollen einerseits die Anwendung und den Umfang der Vorzeichnungen nachvollziehbar machen und nicht zuletzt auch die Beziehungen zu Baurissverfahren überprüfen. Andererseits sollen sie der völlig ungewöhnlichen Tatsache nachgehen, dass das seit den Jahren um 1300 ebenso verbreitete wie beliebte Silbergelb, eine durch Einbrennen erzeugte, kräftig leuchtende Gelbtönung der Gläser, im Mühlefenster nicht gebraucht und durch weit weniger effektvolle gelbe Kaltfarbe ersetzt wurde. Da beide Beobachtungen im Zusammenhang mit der gestalterischen Konzeption und Ausführung der monumentalen Bildwerke stehen, sollen sie ein neues Licht auf die Entstehung der Berner Chorfenster werfen. Zudem wird erwartet, dass sie die Glasmalereiforschung um technologische Erkenntnisse über bisher kaum bekannte Verfahren bereichern.

Bearbeitung am Vitrocentre Romont: Stefan Trümpler und Sophie Wolf

Das Projekt wird unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds, der Berner Münster Stiftung und der Burgergemeinde Bern.

Weitere Informationen zum Gesamtprojekt sind unter folgender Adresse zu finden: http://www.ikg.unibe.ch/content/forschung/forschungsprojekte/berner_muenster/index_ger.html.

Vitrocentre Romont – Au Château – Postfach 225 – CH-1680 Romont – Tel. +41 (0)26 652 18 34 – Fax +41 (0)26 652 49 17 – cr:vasb:ivgebprager.pu