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Betonverglasungen - Würdigung und Erhaltung

Verglasungen aus Glasbeton hatten eine ganz besondere Bedeutung in der Architektur der Nachkriegszeit, umso mehr als sie eng mit der Entwicklung von Betonbauten verbunden sind. Sie wurden auch als Alternative zu den traditionellen Bleiverglasungen betrachtet. Nach Pionieren wie Alexandre Cingria schufen auch in der Schweiz die meisten in diesem Bereich tätigen Künstler Werke in der Technik der "Dalle de verre", die zwischen 1950 und 1980 eine Blütezeit erlebte. Aber auch frühere Versuche in dieser Richtung, wie die "Steinsprossenfenster" von Richard Nüscheler, verdienen Aufmerksamkeit.
Nach rund 50 Jahren weisen viele Betonverglasungen teils gravierende Schäden auf. Die physikalischen und chemischen Wechselwirkungen zwischen armiertem Beton und Glas stellen spezielle technische Herausforderungen an die Konservierung der Kunstwerke. Aber auch baustatische und bauphysikalische Aspekte spielen eine Rolle. An Einzelobjekten untersuchen wir den Zustand und die Schadensursachen, führen Beratungen durch und entwickeln Konservierungskonzepte im Austausch mit europäischen Forschungspartnern.

Ausgewählte Objekte

  • Kirche St. Maria in St. Gallen-Neudorf (SG). Steinsprossen-Fenster von Richard Nüscheler von 1916/17.
  • Franziskanerkirche in Freiburg i.Ue. (FR). Betonverglasung von Alexandre Cingria von 1938.
  • Kirche St-Germain d’Auxerre in Courfaivre (JU). Betonverglasungen von Fernand Léger von 1953/54.
  • Ref. Pfarrkirche Delsberg (JU). Betonverglasung von Bodjol von 1959.

Partner

  • University of Antwerp, Conservation Studies, Antwerpen, Belgien
  • Laboratoire de Recherche des Monuments Historiques, Champs-sur-Marne, Frankreich
  • University of York, Grossbritannien
  • Bundesamt für Materialforschung und -prüfung, Bauwerkssicherheit, Berlin, Deutschland
  • Rijksdienst voor Cultureel Erfgoed, Amersfoort, Niederlande
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