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Chinesische Hinterglasmalerei. Bausteine zu ihrer Geschichte

Die Geschichte der chinesischen Hinterglasmalerei wurde bislang nicht erzählt. Einige Kunstgeschichtsbücher erwähnen sie, jene etwa, die der China Export Art gewidmet sind, dem Kunstgewerbe (Porzellan, Lack, Elfenbein…), das in China hergestellt und im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert nach Europa und Nodamerika exportiert wurde. Einige, meist von Antiquaren verfasste Artikel beschreiben manchmal solche Hinterglasmalereien und besprechen ihren Stil oder ihren Schöpfer, doch wurde ihnen bisher keine einzige Hochschulstudie gewidmet.

Hinterglasmalereien waren aber einst am chinesischen Kaiserhof hoch begehrt, bevor sie in Europa eine leidenschaftliche Mode auslösten. Die Aristokratie und das europäische, dann das amerikanische Bürgertum gaben eine grosse Anzahl solcher Werke hinter Glas in Auftrag. Sie waren daher oft von aus Europa zu diesem Zweck exportierten Stichen inspiriert. Diese Kunst prägte während fast eines Jahrhunderts die Kulturwelt Europas und Nordamerikas, bevor sie die chinesische Volkskunst bis auf unsere Tage befruchtete.

Die Forschung im Rahmen einer Dissertation am Kunsthistorischen Institut der Universität Freiburg/Schweiz will also einen Beitrag zur Kenntnis eines originellen Entwicklungsstranges der Hinterglasmalerei liefern, welcher gleichzeitig eine der wenigen geglückten künstlerischen Begegnungen Chinas mit dem Westen darstellt.

Bearbeitung (im Rahmen einer Dissertation): Thierry Audric, unter Leitung von Prof. Dr. Victor Stoichita, Faculté des Lettres, Section Histoire de l'art et Archéologie, Université de Fribourg. In Zusammenarbeit mit dem Vitrocentre Romont. Wissenschaftliche Begleitung: Yves Jolidon.

Thierry Audric hat seine Doktorarbeit im April 2016 verteidigt. Eine Publikation der Arbeit folgt.

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